Krankenhaus live: Nachtdienst im Krankenhaus

06 Mrz 2009

Spätestens im Oberkurs der Krankenpflegeausbildung kommen die ersten Nachtdienste auf die Schüler zu. Dabei müssen im Verlauf des letzten Ausbildungsjahres mindestens acht Nächte absolviert werden. Für die Azubis bedeutet das am Ende des Monats auch mehr Geld. Einer der wenigen Vorteile der Nachschicht.

Nachts ist man glücklicherweise nicht alleine auf der Station. Als Schüler hat man natürlich immer eine examinierte Pflegekraft an seiner Seite. Dabei muss man sich neben den stationsüblichen Abläufen auch der Arbeitsweise und dem Tempo der Kollegen anpassen. Durch ordentliche Planung und Absprache kann man dann viel Zeit einsparen.

Auf meiner derzeitigen Station beginnen wir nach der Übergabe der Spätschicht mit dem ersten von drei nächtlichen Rundgängen. Vor der Nachtruhe gehen wird gemeinsam durch die Patientenzimmer, fragen nach dem Befinden der Patienten und verteilen hier und da auch schon mal eine Schlaftablette. Gerade in den ersten Nächten war ich erstaunt über den hohen Verbrauch an Schlaftabletten. Viele Patienten finden ohne Hilfsmittel keinen Schlaf im Krankenhaus.

Danach stellen wir mit Hilfe der Kurven die Tabletten der Patienten. Dabei benötigt man vor allem Ruhe, wird aber oft von der Patientenklingel gestört. Auch deswegen ist größte Konzentration erforderlich, um Fehler zu vermeiden. Im Anschluss erneuern wir die Kurven der Patienten, trinken zwischendurch einen Schluck Kaffe, wenn die Zeit es zuläßt.

Um Mitternacht starten wir den nächsten Durchgang. Wieder gehen wir gemeinsam alle Patientenzimmer ab um die Lage zu checken. Gleichzeitig nutzen wir den Rundgang um die Patienten ein weiteres Mal zu lagern oder gegebenenfalls Blutzucker oder Vitalwerte noch einmal zu kontrollieren.

Nach dem ersten „toten Punkt“ stellen wir die Infusionen bereit, die wenig später dann auch zubereitet werden. Zwischendurch haben wir die Unterlagen des Tagdienstes in die Patientenakten sortiert und die Arbeiträume auf Vordermann gebracht. Gleichzeitig können auch Schubladen und Schränke wieder mit Materialien aufgefüllt werden. Kurz vor Ende der Nacht werden dann die Infusionen zubereitet und angehangen. Dabei wird auch der dritte und letzte Durchgang durchgeführt und dokumentiert. Es ist ziemlich ätzend, die schlafenden Patienten gegen 5:00 Uhr in der Früh zu wecken um eine Infusion anzuhängen.

Kurze Zeit später geht dann fast durchgehend die Patientenklingel. Gelaufene Infusionen werden abgestöpselt oder erneuert, zwischendurch auch mal ein Patient zur Toilette gebracht. Kurz darauf treffen dann auch schon die Kollegen des Frühdienstes ein. Nach der Übergabe wird die Dienstkleidung an den Nagel gehangen und der verdiente Feierabend endet morgens im Bett. Und wieder eine Nacht geschafft!

Bleibt gesund!

1 Kommentar to “Krankenhaus live: Nachtdienst im Krankenhaus”

  1. 1
    Flüge USA sagt:

    Puh, und da denkt man Nachts auf der Station wäre nicht viel los. Aber nach deinen Beschreibungen ist die Nacht ja vollkommen durchstrukturiert. Langeweile scheint auf jeden Fall nicht aufzukommen. Aber das ist sicher auch ein Vorteil, da wenn man was zu tun hat vergeht die Zeit auch schneller und die Müdigkeit hat erst gar keine Chance. Vielen Dank für deine Einblicke in das Krankenhausleben, ich finde es sehr spannend, deine Berichte zu lesen!

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