Neuer Einsatzort: Intensivstation
Inzwischen liegen die zermürbenden Examensprüfungen schon ein ganzes Jahr zurück. Rückwirkend betrachtet fragt sich der ausgelernte Pfleger, wofür man sich da eigentlich so verrückt gemacht hat. Von einem Tag auf den anderen muss das zuvor emsig gelernte nun praktisch in die Tat umgesetzt werden. Ohne die Unterstützung der erfahrenen Kollegen auf der Station wäre man auf verlorenem Posten. Das fängt schon bei den kleinen Dingen an, der Organisation und Struktur der Räumlichkeiten beispielsweise. Oder den häufigsten Krankheitsbildern des neuen Fachbereiches.
Gleich nach der Ausbildung hatte ich das große Glück auf einer Intensivstation an meiner Berufserfahrung arbeiten zu können. Eigentlich fehlt mir nur ein Erfahrungsbalken wie er in Videospielen am unteren Bildrand mittlerweile unerlässlich ist um den Mitspieler bei Laune zu halten. Aber ernsthaft, die Anforderungen waren gerade in den ersten Monaten enorm. Ohne die anständige Anleitung und die extrem geduldigen Mentoren hätte ich meine Tage dort an einer Hand abzählen können. Für mich war das Arbeiten zwischen Monitoren, den Hundertschaften von Zuleitungen und Kabeln und die ständig piepsende Geräuschkulisse anfangs ein völlig neues Berufsfeld. Hab ich das wirklich in der Ausbildung gelernt?
Das Gefühl für das neue Arbeitsumfeld hat sich nach etwas über einem Jahr nun aber endlich auch bei mir eingestellt. Und plötzlich wird dir bewusst wie du unterbewusst die Verknüpfungen zu den Ausbildunginhalten hergestellt hast. Ohne die dreijährige Wissensbasis wäre ich hier vollkommen aufgeschmissen. Die Basis der Pflege bleibt. Auch auf der Intensivstation. Auch dort wo sich fast jeder zum halben Arzt berufen fühlt. Die menschlichen Grundbedürfnisse bleiben doch immer die selben. Auch zwischen Monitor und Kabelsalat.
Das theoretische Handwerkszeug bringt man mit, sofern man die Krankenpflegeschule nicht regelmäßig verpennt hat. Die dennoch großen Wissenslücken die sich unfreiwillig in der Praxis offenbaren werden Stück für Stück ausgemerzt. Man muss eben nur am Ball bleiben und gelegentlich auch Zuhause mal die Bücher auskramen. Und selbst nach einem Jahr stoße ich noch tagtäglich an meine Grenzen. Dann springen wieder die erfahrenen Kollegen ein. Nur wer den Mut zum Fragen aufbringt wird irgendwann auch eine brauchbare Antwort bekommen!









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Februar 26th, 2011 at 09:48